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  Logos: „GIZ“ im Auftrag des BMZ“ in Kooperation mit „ZDH“  
  Ausgabe Nr. 6 | Juli 2020  
  Skilled Crafts Newsletter  
Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
  Aktuelle Entwicklungen im Projekt und Themen zum Handwerk in der EZ
Ein Newsletter von Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
 
 
 
  Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Skillend Crafts and Trades Network 4 Afrika
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Willkommen zur dritten Ausgabe des Newsletters in 2020. Ab sofort wird es den Newsletter auch in englischer Sprache geben. Für diejenigen, die somit neu beim Newsletter sind, ist dies die Plattform, auf der wir Freund*innen und Kolleg*innen des Vorhabens „Innovative Ansätze der Handwerksförderung“ alle drei Monate über das Geschehen im Projekt informieren.

Die Geschichten in dieser Ausgabe sprechen von Innovation, Beharrlichkeit und Flexibilität. Umsetzungen vor Ort müssen nach wie vor warten. Wir haben jedoch die schwierige Zeit genutzt, und den virtuellen Raum für unsere Einsätze genutzt. Sehr positiv überrascht hierbei hat uns die Flexibilität, das Know-how und das Interesse der deutschen Handwerker*innen und der Kleinunternehmen vor Ort an neuen Lösungen mit uns zu arbeiten.

Zur Mitte des Jahres sind drei neue Mitarbeiter*innen zu unserem Team in Deutschland dazu gekommen, die sich nachfolgend vorstellen werden. Nun ist unser Team wieder vollständig, wir können tatkräftig in die zweite Jahreshälfte starten. Auch die anstehende Fusion mit vier anderen GIZ Projekten können wir mit geeinten Kräften angehen.

In dieser Ausgabe des Newsletters setzen wir einen inhaltlichen Schwerpunkt auf die neuen virtuellen Optionen und geben Ihnen einen Einblick in das Feld der Online-Beratungen und -Trainings. In einem Einsatz in Ruanda hatte ein Internationaler Meister, der noch vor der Corona Krise ein Unternehmen bei dessen Verbesserung von Managementprozessen unterstützt hatte, seine Arbeit im Rahmen einer online Beratung (aus Deutschland), fortsetzen können. In Deutschland haben wir ein Trainingskonzept entwickelt, das deutsche Handwerker und Handwerkerinnen mit der Vielfalt von Online-Formaten vertraut macht. Zwei erste Veranstaltungen haben, natürlich online, im Juni und Juli stattgefunden. Weitere Veranstaltungen sind geplant, zu der Sie sich gerne via unsere Website anmelden können. Zudem berichten wir im Newsletter über zwei sehr erfolgreiche Partnerschaften zwischen deutschen Handwerker*innen und ugandischen Unternehmer*innen blicken.

» Anmeldung auf unserer Website

Es war eine ziemlich aufregende erste Jahreshälfte, und was gibt es da Besseres, als sich hinzusetzen, sich zu entspannen und eine gute, lange E-Mail zu lesen?


Ihr Skilled Crafts Team
 
 
Wenden Sie sich bei allen Fragen und Feedback zum Vorhaben an:
skilledcrafts@giz.de
 
   
 
Aus dem Netzwerk
» Skilled Crafts ist online!
» Private Spendeninitiative für die St. Simon Peter's Berufsschule in Hoima, Uganda
» Vorstellung neuer Mitarbeiter*innen
» Ein Satz vom Einsatz vor Ort (vor Corona)
Aus der Handwerkspraxis
» Positiv geladene Beratung zu Management Prozessen in Ruanda
Aktuell unterwegs
» Skilled Crafts Online Trainings: Virtuell in der Entwicklungszusammenarbeit
Termine und Fortbildungen
Wir stellen vor
» Mansuli Senyondo von Mayondo Engineering Works und Eve Zalwango von V Interiors
 
  Aus dem Netzwerk  
 
Skilled Crafts ist online!
Startseite der Website. Foto: © GIZ
Startseite der Website. Foto: © GIZ
Seit Mitte Mai haben wir, wie bereits im letzten Newsletter angekündigt, endlich auch im Internet eine Adresse unter www.skilledcrafts.org.

Die Website bietet Handwerker*innen eine für sie zugeschnittene Plattform mit Informationen und Fortbildungsangeboten für einen Einsatz im Ausland. EZ-Projekten bietet sie Zugang zu unserem deutschlandweit einzigartigen Fachkräftepool. Ab sofort können auf der Handwerksplattform Angebot und Nachfrage nach Handwerksleistungen in der Entwicklungszusammenarbeit ohne viel Aufwand zueinander finden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unserer täglich wachsenden Community beitreten und sich auf der Plattform registrieren. Wir vernetzen Sie gerne bei einem Matching und unterstützen Sie bei der Beauftragung der Handwerker*innen. So tragen wir gemeinsam zur Förderung des Handwerks in Afrika und Deutschland bei.

» Website Skilled Craft
» Informationen für Handwerker*innen auf unserer Website
» Fortbildungsangebote auf unserer Website
» Handwerksplattform

Jegliches Feedback zur Website oder der Matchingplattform, gerne an Linda Küntzelmann
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Private Spendeninitiative für die St. Simon Peter’s Berufsschule in Hoima, Uganda
Father Joseph Bigirwa, Botschafter Dr. Conze und der Berater des ugandischen Präsidenten für Öl und Gas eröffnen das  „Haus Afrikas”. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Father Joseph Bigirwa, Botschafter Dr. Conze und der Berater des ugandischen Präsidenten für Öl und Gas eröffnen das „Haus Afrikas”. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Ende Juni trat das Team des Skilled Crafts Projektes aus einer privaten Initiative heraus an Kolleg*innen und Freund*innen des Projektes heran, mit der Bitte um finanzielle Beiträge zur Unterstützung des St. Simon Peter's Vocational Training Centre in Hoima, Uganda. SCTN4A arbeitet seit 2018 eng mit der Berufsschule zusammen und möchte die Student*innen und besonders gefährdeten Familien rund um das Gelände der Schule, die von den Auswirkungen von COVID-19 besonders stark betroffen sind, unterstützen.

Dank Ihrer großzügigen Beiträge konnten wir innerhalb von nur zwei Wochen 4.258 Euro gemeinsam aufbringen. Dafür möchten wir Ihnen ganz herzlich danken! Gemeinsam mit Father Joseph Bigirwa, dem Direktor des Berufsschulzentrums, haben wir uns zusammengesetzt und darüber beraten wer die Zuwendungen am nötigsten gebrauchen könnte. Geplant wird die Aufteilung des Betrages nun wie folgt: Die erste Tranche wird in Form von Nahrungsmittellieferungen 30 Haushalten weniger privilegierter Menschen (z.B. Witwen, von Frauen oder Kindern geführte Haushalte oder körperlich eingeschränkte Menschen) zugutekommen, die in der Umgebung des Berufsausbildungszentrums St. Simon Peter leben. Die zweite Tranche ist für die Lehrer*innen des Zentrums bestimmt, die seit April dieses Jahres kein Gehalt mehr erhalten haben. Die letzte Tranche wird an die besonders betroffenen Student*innen gehen, die aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 ihre Studiengebühren nicht bezahlen können.

Wir werden Sie über den Prozess der Übergabe der Spenden an Father Joseph Bigirwa, den Direktor des Kollegs, im Nachrichtenteil unserer Webseite auf dem Laufenden halten. In unserem Oktober Newsletter werden wir über die Ergebnisse der Initiative nochmal detaillierter berichten.

» Weitere Information zum Prozess der Übergabe der Spenden an Pater Joseph Bigirwa finden Sie bitte zukünftig hier
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Vorstellung neuer Mitarbeiter*innen
Linda Küntzelmann. Foto: © Linda Küntzelmann
Linda Küntzelmann. Foto: © Linda Küntzelmann
 
Linda Küntzelmann
Funktion: Projektmanagerin Kommunikation und M&E


Seit knapp einem Monat ergänze ich das Skilled Crafts-Team in Berlin und bin für die Bereiche Kommunikation und Monitoring & Evaluierung zuständig.

Meine vorhergehende Position bei der GIZ führte mich für 3,5 Jahre als Beraterin nach Kampala, Uganda. In dem BMZ-/EU-kofinanzierten Vorhaben zur Stärkung flüchtlingsaufnehmender Gemeinden im Norden Ugandas, arbeitete ich vornehmlich im Bereich Berufliche Bildung und Beschäftigungsförderung für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden. Auch ich habe bereits einen Einblick in die Handwerkswelt erhalten, durch eine zweijährige Ausbildung zur Bekleidungstechnikerin, die ich noch vor meinem Studium 2008 abschloss.

Ich freue mich sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und darauf auch ein paar Gesichter hinter den Namen persönlich kennenzulernen, wenn sich die Situation um Corona langsam wieder normalisiert.
Helena Brecht. Foto: © Helena Brecht
Helena Brecht. Foto: © Helena Brecht
 
Helena Brecht
Funktion: Praktikantin


Seit Mitte Juni bin ich die neue Praktikantin im Skilled Crafts Team. Ich werde bis Mitte Dezember im Bonner Büro arbeiten.

Dieses Praktikum ist ein Teil meines zweijährigen Masterstudiums in „International Security“, welches ich seit September 2019 an der Sciences Po in Paris absolviere. Ich konzentriere mich hierbei vor allem auf das Thema globale Risiken und mit speziellem Fokus auf die Region Subsahara-Afrika. Entwicklungszusammenarbeit, Wirtschaftsförderung und Kooperation spielen hierbei natürlich eine große Rolle. Zuvor habe ich mein Bachelorstudium in „International Relations“ an der University of Edinburgh in Schottland und an der University of British Columbia in Kanada abgeschlossen.

Ich freue mich mit Ihnen online und (hoffentlich!) auch offline zu arbeiten.
Ralf Elben. Foto: © Ralf Elben
Ralf Elben. Foto: © Ralf Elben
 
Ralf Elben
Funktion: Komponentenleiter


Seit Anfang Juni unterstütze ich das Skilled Crafts Team am Standort Bonn.

Zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn habe ich, entsprechend meiner akademischen Ausbildung, in verschiedenen Positionen im Bereich Bio-Medizintechnik & Pharma gearbeitet und dort durch die enge Zusammenarbeit mit dem produzierenden Gewerbe das Handwerk schätzen gelernt. Im Rahmen einer Forschungsarbeit konnte ich dann „EZ-Luft“ schnuppern und habe mich dann 2012 für ein Engagement bei der GIZ entschieden. Zunächst in einem Bildungsprogramm in Äthiopien, dann im Bereich erneuerbare Energien, Aufbau von Instandhaltungs- und Wartungsstrukturen für diagnostische Geräte, digitaler Handel und schließlich hier bei Skilled Crafts and Trade Network 4 Africa.

Ich freue mich auf interessante Projekte mit Ihnen im Spannungsfeld zwischen konzeptionellen Ansätzen und praktischer Umsetzung, ganz im Sinne meines Lieblingsspruchs: „theoretisch ist Theorie gleich Praxis – praktisch nicht“.
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Ein Satz vom Einsatz vor Ort (vor Corona)
„Es war sehr produktiv, Herrn Fabrice Carstens bei uns zu haben. Fabrice war während der Beratung sehr aufmerksam und machte sich Notizen für seine Empfehlungen. Zudem hat er sich sehr engagiert, um alle meine Fragen auch außerhalb seines Aufgabenbereichs zu beantworten. Fabrice hat mit seiner Beratung einen wichtigen Beitrag für die Arbeit in der Metallbranche geleistet.“
Elan Valombola, Pinelka Investments, Namibia
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  Aus der Handwerkspraxis
 
 
Positiv geladene Beratung zu Management Prozessen in Ruanda
Als Dirk Abel im November 2019 im Auftrag von Skilled Crafts zu seiner Reise nach Ruanda aufbrach, unterschied sich die Aufgabenstellung nicht signifikant von vorherigen Einsätzen. Das Unternehmen Electricom mit seinen etwa 20 Mitarbeiter*innen, bietet verschiedene Dienstleistungen im Bereich der Elektroinstallation an und vertreibt in mehreren Filialen die dazu notwendigen Produkte. Unterstützung war zu verschiedenen fachlichen Themen angefragt worden, also nichts Ungewöhnliches für den erfahrenen Meister. In den Vorgesprächen wurde jedoch ein weiterer Ansatzpunkt definiert, die Optimierung von Management Prozessen innerhalb des Unternehmens. Wie genau sich das darstellen sollte war zu Beginn der Reise noch unklar, zu groß waren dazu die Vorbehalte auf ruandischer Seite, ihre Management Schwächen telefonisch zu diskutieren.

Management Strukturen in afrikanischen SMEs orientieren sich üblicherweise stark an lokalen soziokulturellen Gegebenheiten. Hierarchien folgen existierenden familiären Strukturen, Entscheidungen werden ad-hoc getroffen und bei Bedarf geändert und persönliche Konflikte oder Befindlichkeiten haben einen hohen Einfluss auf das Betriebsklima. Solche Strukturen haben durchaus Vorteile hinsichtlich Agilität des Unternehmens und könnten durchaus als „schlank“ im heutigen Sinne bezeichnet werden. Allerdings sind durch die fehlende Transparenz und Reproduzierbarkeit der betriebsinternen Prozesse der methodischen Optimierung des Unternehmens deutliche Grenzen gesetzt.
  Lager Electricom, vorher. Foto: © GIZ/Dirk Abel
Lager Electricom, vorher. Foto: © GIZ/Dirk Abel
Eine ähnliche Situation hat auch Dirk Abel bei dem Unternehmen in Ruanda vorgefunden. Nicht eindeutige Verantwortlichkeiten, Prozesse, die je nach Fachkraft unterschiedlich sind und eine fehlende Nachfolgeregelung konzentrierten die Arbeitslast ungleich auf die Inhaber und Mitarbeiter*innen und strategische Entscheidungen konnten nicht oder nur schwer getroffen werden. Eine partielle Unterstützung einzelner Prozesse würde so keine anhaltenden Effekte erzielen, so dass eine systematische Re-organisierung des Betriebes eindeutig den höchsten Mehrwert darstellen würde. Dieser Prozess konnte darüber hinaus keine Einzelmaßnahme sein, sondern eher der Beginn einer längeren Reise mit einem starken Bedarf an längerfristigem Austausch. Die große Frage war nun: wo sollte man diese Reise am geschicktesten beginnen?

Nach der ersten Analyse der Sachlage und substanziellen Gesprächen mit den Inhabern und Mitarbeiter*innen wurde mit den wesentlichen Elementen eines modernen Betriebes begonnen. So wurde ein Organigramm mit eindeutigen Verantwortlichkeiten erstellt und eine Vision für das Unternehmen inclusive Corporate Identity erarbeitet. Dieser Vision und einer Markteinschätzung folgend wurde mit der Restrukturierung der Produktpalette und angebotenen Dienstleistungen begonnen, interne Prozesse optimiert und im Unternehmen etabliert. Um die Frage der Nachfolge klären zu können mussten nebenbei noch innerfamiliäre Differenzen besprochen und ausgeräumt werden. Mit der zielgerichteten Sachlichkeit eines deutschen Handwerkers scheint Dirk Abel auch dort den richtigen Ton getroffen zu haben und ist sicherlich um eine sehr interessante Erfahrung reicher.

Die erhöhte Übersichtlichkeit der Produktpalette und deren Lagerhaltung ermöglicht den Bestand von Produkten besser voraus zu planen und so Kosten, Verfügbarkeit und Lieferzeiten zu verbessern. Durch transparente und standardisierte Prozesse hat sich der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter*innen reduziert, was sich positiv auf deren Motivation und Engagement auswirkt. Alles in allem also eine WinWin Situation für alle Beteiligten. Erste Ergebnisse der Umstrukturierung ließen sich schnell in valide Zahlen fassen. Abgesehen von dem ausgesprochen positiven Feedback des Einsatzes seitens Electricom konnte das Unternehmen seinen Umsatz in den ersten Monaten um 50 Prozent steigern. Eine Zahl, von der selbst tech Start-Ups träumen.
Auslage Electricom, nachher. Foto: © GIZ/Dirk Abel
Auslage Electricom, nachher. Foto: © GIZ/Dirk Abel
Dirk Abel hält natürlich weiterhin den Kontakt mit Electricom und seinen Mitarbeiter*innen, weitere Maßnahmen sind geplant. So war ursprünglich eine Reise des Inhabers nach Deutschland geplant um weitere Kontakte zu knüpfen und auch die Produktpalette zu diversifizieren. Im Rahmen der Reisebeschränkungen durch die andauernde COVID-19 Situation musste die Reise zwar verschoben werden das durch die Zusammenarbeit vor Ort entstandene Vertrauen ermöglicht aber die weitere Betreuung durch entsprechende online Formate.

Der prinzipielle und konzeptionelle Erfolg dieser Managementberatung jedenfalls ist ein Leuchtturm, der unbedingt erweitert und weiterhin angeboten werden soll. Gerade in den nächsten Monaten und Jahren sind solche Optimierungsprozesse hinsichtlich der ökonomischen Resilienz unabdingbar.

» Website des Unternehmens Electricom
» Den Kontakt zu Dirk Abel finden Sie auf der DEKTRO Website
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  Aktuell unterwegs  
 
Skilled Crafts Online Trainings: Virtuell in der Entwicklungszusammenarbeit
Schritte der Content-Produktion. © GIZ
Schritte der Content-Produktion. © GIZ
Wie bereits in der letzten Ausgabe berichtet, hat sich die EZ in Zeiten von Corona grundsätzlich verändert. Auch Skilled Crafts hat sich den neuen Gegebenheiten angepasst und ist online gegangen. Nicht nur mit der neuen Website, sondern auch mit einigen seiner Projekte. So konnten in den vergangenen Monaten Arbeitssicherheitstrainings oder Betriebspartnerschaften online fortgeführt werden.

Doch nicht jeder Aspekt der Entwicklungszusammenarbeit lässt sich eins zu eins in digitale Formate übersetzen. Um die technischen Hürden aber auch die vielen Chancen dieser Entwicklung für das Projekt aufzuzeigen, veranstalteten wir am 19. Juni ein Online Training zu diesem Thema. Ziel war es, die Teilnehmer*innen zu informieren und zu motivieren sich an einem Projekt der virtuellen Handwerkskooperation zu beteiligen. Dabei wurden wir von Heike Koch und Thomas Plonsker unterstützt. Heike ist seit Langem Expertin für webbasierte Trainings und digitales Lernen. Sie wird uns auch in Zukunft zur Seite stehen, um Fortbildungen zu geben.

Inhalte der Online Veranstaltung waren unter anderem die Erstellung von Erklär- und Lernvideos, Web-Based Trainings und der Arbeitsablauf beim Erstellen digitaler Lernmaterialien. Wertvolle Beispiele aus der Praxis lieferten hierfür auch Tanja Neumann und Manfred Becker. Wir freuen uns über das gute Feedback, sowie die rege Beteiligung und planen deshalb in naher Zukunft weitere Veranstaltungen. Die Präsentation der vergangenen Veranstaltung findet sich im Neuigkeiten Bereich unserer Webseite.

Am 21. Juni fand das nächste Training in einer Kleingruppe bereits sehr engagierter Handwerker*innen statt, um sie durch einen „Tool Hopping Workshop“ zu beraten, welche Anwendungen für ihre Projekte am besten geeignet sind.

Am 10. August wird diese Veranstaltung noch einmal für alle Interessenten offenstehen. Ihr könnt euch noch bis zum 8. August dafür auf unserer Webseite anmelden.

» Letzte Ausgabe, Skilled Craft Newsletter
» Neue Skilled Craft Website
» Präsentation der vergangenen Veranstaltung
» Anmeldung für das Training am 10. August
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  Termine und Fortbildungen  
 
Derzeit sind aus gegebenem Anlass keine Termine absehbar. Wir möchten jedoch alle Expert*innen dazu aufrufen, ihre bestehenden Netzwerke zu nutzen und miteinander und vor allem mit Ihren Partner*innen in Afrika wo immer es geht in Kontakt zu bleiben.
Wenn Sie Ideen haben wie das Handwerk in Afrika während Corona gestärkt werden kann, lassen Sie es uns wissen, wir freuen uns über jeden Vorschlag!
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  Wir stellen vor  
 
Mansuli Senyondo von Mayondo Engineering Works und
Eve Zalwango von V Interiors aus Uganda
Das Skilled Crafts Projekt hat zahlreiche Partnerschaften zwischen Handwerker*innen aus Deutschland und Subsahara-Afrika initiiert und begleitet. Für diese Ausgabe unseres Newsletters sprechen wir mit zwei Handwerker*innen aus dem Holzsektor in Uganda. Mansuli Senyondo von den Mayondo Engineering Works hat seit Oktober 2018 eine Partnerschaft mit dem Schreiner Josef Kramhöller. Eve Zalwango und ihre Firma V Interiors haben seit Anfang 2019 eine Partnerschaft mit Orsine Mieland, ebenfalls einer deutschen Schreinerin.

» Skilled Crafts Webseite
» Mayondo Engineering Works
» V Interiors
Evelyn Zalwango. Foto: © GIZ
Evelyn Zalwango. Foto: © GIZ
Warum wollten Sie bei dem GIZ-Projekt „Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa“ mitmachen?

Mansuli: Mayondo Engineering Works ist Mitglied der Uganda Manufactures’ Association (UMA) und der Uganda Small Scale Industries Association (USSIA). Als das Skilled Crafts-Projekt eine entsprechende Reise nach Uganda organisierte, wurden wir als möglicher Partner empfohlen. Wir fanden, dass es eine Möglichkeit sei, von deutschen Handwerker*innen zu lernen und einen Zugang zu deutscher Technologie und deutschem Handwerk zu erhalten, weshalb wir mitmachen wollten.

Eve: Ich interessierte mich dafür, auf welche Art man Menschen neue Fähigkeiten beibringen kann, und wollte neue Partnerschaften schaffen.

Wie haben Sie von der Zusammenarbeit profitiert?

Mansuli:
Die Zusammenarbeit mit Herrn Josef ist sowohl eine Partnerschaft zur Kompetenzentwicklung als auch eine Geschäftspartnerschaft. Herr Josef ist Lehrer und Berater für die Mayondo Engineering Works und immer nur einen Telefonanruf entfernt. Im Rahmen des Projektes durfte ich nach Deutschland reisen und in seiner Werkstatt eine Lehrlingsausbildung machen. Im Zuge dessen haben wir dann gemeinsam einen Stuhl entwickelt. Das ist ein neues Produkt, das wir verkaufen können (in Deutschland entworfen, in Uganda hergestellt), was bedeutet, dass die Partnerschaft für Mayondo Engineering eine Gelegenheit zur Gewinnsteigerung unseres Unternehmens ist. Und die Zusammenarbeit mit Herrn Josef ist auch für uns positives Marketing, da unsere Kund*innen durch unsere Verbindung zum deutschen Handwerk mehr Vertrauen in uns gewonnen haben.

Eve: Die Partnerschaft, die ich mit Orsine habe, ist eine Partnerschaft, in der sie meine Mentorin ist. Sie hat mir beigebracht, wie ich meinen Betrieb besser führen kann, und hat mir auch neue Wege aufgezeigt, wie ich meine Produktion effizienter gestalten kann.

Was hat Sie seit Beginn dieser Zusammenarbeit am meisten überrascht?

Mansuli: Positiv überrascht hat mich die schnelle Reaktion der GIZ auf unsere Anfragen und der leichte Zugang zu anderen Handwerker*innen, den ich jetzt habe. Das ist gut für die Vernetzung und für den Austausch von Ideen. Im Rahmen des Projekts war ich auch auf eine Handwerksmesse in Hannover eingeladen. Das war eine erstaunliche Erfahrung und ein echter Augenöffner. Und, die Partnerschaft hat uns geholfen, unsere Fähigkeiten bei Mayondo besser zu nutzen. Zum Beispiel wurde das Lehrlingsausbildungsprogramm von Mayondo durch Schulungshandbücher, die wir mit Herrn Josef entwickelt haben, gefördert.

Eve: Orsine und meine Arbeitsräume sind unterschiedlich, aber wir stehen vor ähnlichen Herausforderungen wie viele andere Frauen in der Wirtschaft.

Wie wird die Partnerschaft fortgesetzt?

Mansuli: Ich werde die Zusammenarbeit mit Herrn Josef fortsetzen. Im Moment halten wir Online-Treffen ab, um Informationen auszutauschen. Wir wollen auch weiterhin neue Produkte entwickeln, die sowohl für den deutschen als auch für den ugandischen Markt geeignet sind.

Eve: Orsine und ich wollen gemeinsam andere Frauen in der Branche ausbilden. Dafür entwickeln wir gerade Trainings. Orsine wird dabei unsere Mentorin und Senior-Beraterin für einen Großteil des Programms sein.

Wem würden Sie eine solche Partnerschaft empfehlen?

Mansuli: Eine Partnerschaft im Rahmen des Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa würde ich jedem anderen UMA- oder USSIA-Unternehmen in Uganda empfehlen.

Eve: In Uganda haben wir eine Menge junger Leute, die ähnliche kleine Werkstätten betreiben. Auch sie würden von einer Partnerschaft profitieren.

Was glauben Sie, was die deutschen Handwerker*innen von Ihnen lernen?

Mansuli: Deutsche Handwerker*innen können lernen, besser zu improvisieren. In Uganda können wir trotz begrenzter Technik viel machen, weil wir improvisieren und uns anpassen. Sie können von uns lernen Geduld aufzubringen, wenn man in einer sehr langsam wachsenden Wirtschaft ein Unternehmen führt. Und deutsche Handwerker*innen können mehr über eine große Auswahl an Materialien lernen, die wir in Uganda anbieten. So entwerfen wir beispielsweise seit über 600 Jahren Produkte aus ugandischem Borkentuch.

Eve: Deutsche Handwerker*innen können etwas über unsere Kultur lernen, aber auch über Unterschiede in unseren Arbeitsbereichen und Herangehensweisen, obwohl wir alle im selben Sektor arbeiten.

Gibt es noch etwas, was Sie gern den Leser*innen des Newsletters sagen möchten?

Mansuli: Es ist notwendig, dass der deutsche Markt sich öffnet und der Zugang für ugandische Produkte erleichtert wird.

Eve: Es ist immer wichtig Dinge außerhalb unserer gewohnten Komfortzone zu erforschen. Der Austausch, der durch die Partnerschaft und auch bei Besuchen im Land stattfindet, ermöglicht es uns, voneinander zu lernen.
Mansuli Senyondo und Josef Kramhöller. Foto: © GIZ
Mansuli Senyondo und Josef Kramhöller. Foto: © GIZ
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