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  Logos: „GIZ“ im Auftrag des BMZ“ in Kooperation mit „ZDH“  
  Ausgabe Nr. 5 | April 2020  
  Skilled Crafts Newsletter  
Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
  Aktuelle Entwicklungen im Projekt und Themen zum Handwerk in der EZ
Ein Newsletter von Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
 
 
 
  Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Skillend Crafts and Trades Network 4 Afrika
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unter normalen Umständen wären einige von Ihnen derzeit wieder im Einsatz in Afrika. Aber die aktuelle COVID-19 Situation hat Auswirkungen auf unser aller berufliches und persönliches Leben. In diesen Wochen und vielleicht Monaten müssen wir zwar innehalten, möchten aber dennoch mit Ihnen auf Erreichtes zurück- und vor allem zuversichtlich vorausblicken. Umsetzungen vor Ort müssen selbstverständlich warten. Wir haben jedoch die Zeit genutzt, Jahresplanungen in unseren Fokusländern abzuschließen und erste neue Ansätze für online-Trainings mit einigen von Ihnen zu diskutieren.

Zwar musste die für März vorgesehene Konferenz von ZDH und BMZ zur Festigung der Kooperation zwischen Handwerk und EZ bis auf Weiteres verschoben werden. Das BMZ steht aber weiter zum Handwerk und unterstützt unsere gemeinsamen Aktivitäten explizit. Die Vorbereitungen für das Folgevorhaben laufen intensiv, das Handwerk wird in einem neuen Kooperationsnetzwerk ab 2021 eine prominente Rolle einnehmen. Neue zentrale Ansprechpartnerin in unserem Team ist seit Anfang April Marina Neuendorff, nachdem Detlev Jahn sich nun um nachhaltige Wirtschaftsförderung ausschließlich in Ghana kümmern wird. Seien Sie versichert, dass Kontinuität gewahrt wird.

Lassen Sie uns derzeit Kraft wie auch Ideen und neue Ansätze sammeln, damit die wichtigen Kooperationen möglichst bald wieder aufgenommen werden können. Dafür bietet Ihnen auch diese Ausgabe Beispiele der Zusammenarbeit deutscher Expert*innen mit Handwerksbetrieben und Ausbildungsinstitutionen in Partnerländern. So wurde in Hoima in Uganda das „House of Africa“, das auf maßgebliche Initiative und mit der Tatkraft deutscher Handwerker*innen entstand, feierlich eröffnet. In Namibia konnte ein Internationaler Meister mehreren Betrieben der Metallbearbeitung Vorschläge zur Verbesserung ihrer Prozesse machen.

Lesen Sie dies und mehr und bleiben Sie dem Netzwerk gewogen. Afrika wird nicht zuletzt das deutsche Handwerk schon bald mehr denn je brauchen.


Das Skilled Crafts Team
 
 
Wenden Sie sich bei allen Fragen zum Vorhaben und bei Einsätzen vor Ort an:
skilledcrafts@giz.de
 
   
 
Aus dem Netzwerk
» Eröffnung des House of Africa
» Ein Satz vom Einsatz vor Ort
» Coming Soon: Die Skilled Crafts Website und Handwerks-Plattform!
Aus der Handwerkspraxis
» Fact Finding „Automotive“ in Südafrika
Aktuell unterwegs
» Innovation in Zeiten der Quarantäne – und darüber hinaus
Termine und Fortbildungen
Wir stellen vor
» Florian Holzmann, Metallbaumeister und Internationaler Meister
 
  Aus dem Netzwerk  
 
Feierliche Eröffnung des „House of Africa”
Pater Joseph Bigirwa, Botschafter Dr. Conze und der Berater des ugandischen Präsidenten für Öl und Gas eröffnen das „House of Africa“. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Pater Joseph Bigirwa, Botschafter Dr. Conze und der Berater des ugandischen Präsidenten für Öl und Gas eröffnen das „House of Africa“. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Am 5. März wurde im Berufsbildungszentrum St. Simon Peter´s in Hoima, Uganda, das „House of Africa“ im Beisein des deutschen Botschafters, Dr. Albrecht Conze, des Beraters des ugandischen Präsidenten für Öl und Gas, zahlreicher weiterer ugandischer und deutscher Persönlichkeiten und nicht zuletzt fast 400 Berufsschüler*innen und -schülern verschiedener Gewerke feierlich eröffnet.

Im Jahr 2018 war die Idee eines Teams deutscher Handwerker*innen geboren, eine „lebendige Werkstatt“ gemeinsam mit dem St. Simon Peter´s VTC einzurichten. Seit Mai 2019 nahm sie nun Gestalt an. Vom Fundament bis zum Dachfirst, von Holz- und Metallfenstern bis hin zur elektrischen wie sanitären Installation entstand mit fast ausschließlich lokalen Materialien und deutscher Expertise das Modellhaus. Die deutschen Expert*innen des Skilled Crafts Vorhabens kooperierten dabei eng mit Pater Joseph Bigirwa und seinem Team von Lehrer- und Schüler*innen. So entstand das einzigartige „House of Africa“. Seine Eröffnung ist nicht das Ende gelungener Zusammenarbeit, sondern auch ein Beginn von mehr. Denn in weiteren Einsätzen deutscher Handwerker*innen, aber auch autonom durch ugandische Trainer, wird das Demo-Haus noch Generationen von Schüler*innen Lehr- und Lernobjekt sein. Modulare Bauweise und zahlreiche Schulungsvideos helfen dabei. Das St. Simon Peter´s VTC und die GIZ Uganda vereinbarten, dass das Demo-Haus mindestens drei weitere Jahre für Trainingszwecke genutzt wird.
  Das House of Africa. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Das House of Africa. Foto: © GIZ/Dennis Onen
Michael Olma, Referatsleiter Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik beim ZDH, stellte heraus, dass die Kooperation in beruflicher Bildung in Hoima beispielhaft ist und ihre Übertragung in andere regionale Kontexte möglich und sinnvoll wäre.

Mario Kunzendorf, Dachdecker-Obermeister, wandte sich in seiner Ansprache stellvertretend für 17 involvierte deutsche Handwerker*innen vor allem an den Nachwuchs. Trotz aller Verlockungen etwa aus der Welt des Internets sei eine fundierte Ausbildung nach wie vor der Grundstein für wirtschaftlichen Erfolg im Leben.

Das deutsche Handwerk trägt somit erheblich dazu bei, die Entwicklung des Distriktes Hoima im Westen des Landes, in dem bald Öl gefördert werden soll, und seiner jungen Bevölkerung maßgeblich voran zu bringen.
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Ein Satz vom Einsatz vor Ort
„In positiver Erinnerung bleibt mir die Verabschiedung aus der Schule. Man hat hier förmlich gespürt, wie stolz die Schüler waren, ein Teil des Projekts gewesen zu sein.“
Lukas Walter, nach seinem Einsatz als Maler am House of Africa
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Coming Soon: Die Skilled Crafts Website und Handwerks-Plattform!
Preview der Startseite. Foto: © GIZ
Preview der Startseite. Foto: © GIZ
Ab Mai soll das Skilled Crafts & Trades Network 4 Africa auch im Internet eine Adresse haben. Unter www.skilledcrafts.org werden nicht nur zentrale Informationen über und Ansprechpartner*innen im Vorhaben zu finden sein, sondern auch relevante Fortbildungsangebote. Der Skilled Crafts E-Learning-Kurs z.B. ist direkt dort zugänglich. Er vermittelt Grundlagenwissen für Fachkräfte, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) engagieren möchten.

Außerdem werden Events und Neuigkeiten angekündigt. Auch müssen Sie endlich nicht mehr auf verpasste Ausgaben dieses Newsletters verzichten – Sie finden sie auf der Website. Vor allem aber können sich Handwerker*innen und EZ-Projekte auf einer eigens dafür geschaffenen Plattform registrieren und – finden! Wir möchten damit das Angebot an und die Nachfrage von Handwerksexpertise in der EZ noch besser „matchen“. Nach Profilerstellung können Handwerker*innen so Einsätze suchen und EZ-Projekte die Fachkräfte, die sie brauchen. Wenn Sie ein Projekt bzw. eine Fachkraft finden, mit dem/der Sie sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, reicht ein Klick. Wir treten dann in Aktion, um das Matching nach Möglichkeit perfekt zu machen.

Wir laden die Fachkräfte des Handwerks und Projektmanager herzlich ein, sich bzw. Ihre Vorhaben auf der Plattform darzustellen und sich umzusehen. Bitte registrieren Sie sich und verbinden Sie sich dann virtuell – damit Sie in Afrika zusammenkommen können.
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  Aus der Handwerkspraxis
 
 
Fact Finding „Automotive“ in Südafrika
Dirk Niemeyer in dem Unternehmen Nihals Autobody. Foto: © GIZ/Dirk Niemeyer
Dirk Niemeyer in dem Unternehmen Nihals Autobody. Foto: © GIZ/Dirk Niemeyer
Der Automobilsektor ist in Südafrika von besonderer Bedeutung für Wirtschaft und Beschäftigung. Laut „Government Masterplan to 2035“ werden in Zukunft viele zusätzliche Fachkräfte mit guter Ausbildung benötigt. Bisher verlaufen staatliche Qualifizierungsmaßnahmen allerdings nur stockend.

Um den Automobilsektor in Südafrika zu erkunden und sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für deutsche Handwerker*innen zu planen, reiste Dirk Niemeyer durch das Land und besuchte verschiedene Trainingseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen. Er fand dabei unter anderem heraus, dass viele von ihnen nicht in der Lage sind, neue Curricula umzusetzen, da sie praktisches Wissen nicht angemessen vermitteln können.

Er rät beispielsweise dazu, die Trainer*innen in weiteren Kurzzeiteinsätzen zu schulen, um Ihnen eine bessere Ausbildung zu ermöglichen. Außerdem soll eine weitere Fact Finding Mission stattfinden, die in Kooperation mit der Retail Motor Industry Association geplant wird. Diese soll sowohl geeignete Colleges identifizieren, die von Kurzzeiteinsätzen profitieren können als auch ein Augenmerk auf Elektromobilität legen.
  An der Nelson-Mandela-Universität in Port Elizabeth hat man bereits vor 20 Jahren mit kleinen offenen Personen-Bussen gearbeitet, die elektrisch betrieben sind. Foto: © GIZ/Dirk Niemeyer
An der Nelson-Mandela-Universität in Port Elizabeth hat man bereits vor 20 Jahren mit kleinen offenen Personen-Bussen gearbeitet, die elektrisch betrieben sind. Foto: © GIZ/Dirk Niemeyer
In Südafrika gibt es schon sehr lange Forschung zu Elektroautomobilen. Hier könnte sich eine besonders nachhaltige Kooperationsmöglichkeit bieten, indem gemeinsame Erfahrungen genutzt werden.

Die Nelson-Mandela-Universität in Port Elizabeth unterhält ein eigenes Forschungszentrum mit dem Programm „UYILO – E-Mobility“. Bereits vor über 10 Jahren wurden unter Einbindung dieser Uni eigens entwickelte E-Autos produziert und auf dem Genfer Autosalon als Studien vorgestellt. Weitere Einsätze sind bereits in Planung.
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  Aktuell unterwegs  
 
Innovation in Zeiten von Corona – und darüber hinaus
  Eine Schülerin in Tansania absolviert ein Webtraining. Foto: © GIZ/Dirk Ostermeier
Eine Schülerin in Tansania absolviert ein Webtraining. Foto: © GIZ/Dirk Ostermeier
Die Pandemie ist eine enorme Herausforderung für Deutschland – und erst recht für Afrika. Als Skilled Crafts Team sehen wir die Situation aber auch als Chance neue, digitale Wege der Vernetzung zu beschreiten und noch innovativere Instrumente zu testen. Wir ziehen nun die Nutzung von Technologien in Betracht, die wir vor einigen Wochen fast noch für Zukunftsmusik gehalten haben.

Josef Kramhöller und sein Betriebspartner Mansuli Senyondo in Uganda recherchieren zurzeit wie durch Virtual Reality - Brillen auch über die Distanz hinweg gemeinsam Produkte gestaltet werden können. Darüber hinaus können schon heute die meisten Smartphones durch „Augmented Reality“ 3D Darstellungen von komplexen Strukturen im leeren Raum erscheinen lassen, was besonders beim Training an neuen Maschinen hilfreich wäre. Diese Möglichkeiten prüfen beide Partner nun mit Unterstützung durch das Projekt. Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Entwicklung im Blick zu behalten.

Auch Dirk Niemeyer arbeitet bereits an einer virtueller Lösung für seine geplanten Trainings. Durch Skype oder eine der vielzähligen Videokonferenz-Apps können Beratungen und theoretische Schulungen durchgeführt werden. Dabei ist es besonders hilfreich, dass im Jahr 2019 bereits viele Kontakte geknüpft wurden und einige Handwerker*innen bereits ein Vertrauensverhältnis zu ihren lokalen Partner*innen aufgebaut haben. So wie es neben anderen auch Tanja Neumann, Michael Lenk und Mario Kunzendorf in Hoima, Uganda getan haben. Letztere prüfen derweil, ob und wie ihre Kooperation mit dem St. Simon VTC über virtuelle Kanäle weitergeführt werden kann. Die jetzige Zwangspause soll genutzt werden, um online Module im Praxisbereich zu entwickeln, die auch nach der Corona Krise zum Einsatz kommen.

Nun gilt es zu überlegen, welche Konzepte am sinnvollsten umgesetzt werden können und ob die lokalen Bedingungen dafür gegeben sind. Wir sind uns jedoch schon jetzt sicher, dass es in Zeiten des Klimawandels richtig und wichtig ist, diese Instrumente auszubauen und sie auch dann fortzuführen, wenn die aktuellen Herausforderungen gemeistert sind. Weitere Ideen für innovative Maßnahmen von Ihrer Seite sind willkommen!
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  Termine und Fortbildungen  
 
Derzeit sind aus gegebenem Anlass keine Termine absehbar. Wir möchten jedoch alle Expert*innen dazu aufrufen, ihre bestehenden Netzwerke zu nutzen und miteinander und vor allem mit Ihren Partner*innen in Afrika wo immer es geht in Kontakt zu bleiben. Gerne können Fragen zur derzeitigen Situation des Vorhabens und unseren Initiativen.
Wenn Sie Ideen haben wie das Handwerk in Afrika während Corona gestärkt werden kann, lassen Sie es uns wissen, wir freuen uns über jeden Vorschlag!
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  Wir stellen vor  
 
Fabrice Carstens, Metallbaumeister und Internationaler Meister
Fabrice (2. von links) bei der Firma KTE Trading in Windhuk. Foto: © GIZ/Fabrice Carstens
Fabrice (2. von links) bei der Firma KTE Trading in Windhuk. Foto: © GIZ/Fabrice Carstens
Fabrice Carstens war auf einer Mission in Namibia, die auf die Stärkung des Metallsektors abzielte. Dort sollte der gelernte Metallbaumeister die Arbeitsprozesse oder Ausstattung von Betrieben analysieren und Verbesserungsvorschläge einbringen.

Warum wolltest du den Einsatz wahrnehmen?
Bärbel Heiser vom Skilled Crafts Team ist auf mich zugekommen. Der Einsatz war von einem GIZ-Vorhaben in Namibia angefragt worden. Ich war schon mehrere Male durch die Handwerkskammer Frankfurt in Namibia und mein Profil passte gut zu den Aufgaben. In meiner Firma wird viel international gearbeitet und auch mit dem Abschluss als Internationaler Meister wollte ich selbst ins Ausland.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt?
Der Einsatz ist sehr gut gelaufen. Ich war zwei Wochen dort und habe sieben Firmen und ein Trainingscenter besichtigt. Allerdings braucht eine genauere Analyse mehr Zeit. Praktische Trainings sind an einigen Stellen notwendig. Insgesamt gibt es bei einem Einsatz immer etwas Neues. Jedes Land hat seinen eigenen Blickpunkt. Auch Namibia ist sehr vielseitig, mal sieht man die Wüste, mal sehr viel Natur.

Was hat Dich vor Ort besonders überrascht?
Durch den internationalen Meister und frühere Einsätze war ich schon gut auf den Einsatz vorbereitet. Ich habe auch die Einsatzberichte von anderen gelesen. Was mir in Namibia dieses Mal besonders aufgefallen ist war, dass es besonders in Windhuk Firmen gab, die auf einem technischen Stand sind, wie ich ihn noch nie in Afrika gesehen habe. Auch im Vergleich zu deutschen Firmen sind die super ausgestattet und auf einem hohen Niveau.

Wie sollte es künftig weiter gehen?
Ein weiterer Einsatz in Uganda war bereits geplant. Wegen Corona musste er leider abgesagt werden. Aber ich möchte auf jeden Fall weiterhin ein paar Mal im Jahr Einsätze durchführen. Eine Partnerschaft mit einem Institut oder Unternehmen halte ich auch für sehr sinnvoll und effektiv, das wäre auch vorstellbar. Einen längerfristigen Einsatz kann ich mir derzeit nicht vorstellen, aber vielleicht in ein paar Jahren.

Wem würdest Du einen solchen Einsatz empfehlen?
Jeder, der Interesse daran hat, andere Länder und Arbeitsweisen kennenzulernen, sollte es einfach mal machen. Man sollte offen sein und auf Menschen zugehen können. Auch das technische Knowhow ist sehr wichtig. Genau zu wissen, wie Maschinen und Werkzeuge funktionieren, ist eine Voraussetzung.
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