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  Logos: „GIZ“ im Auftrag des BMZ“ in Kooperation mit „ZDH“  
  Ausgabe Nr. 4 | Januar 2020  
  Skilled Crafts Newsletter  
Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
  Aktuelle Entwicklungen im Projekt und Themen zum Handwerk in der EZ
Ein Newsletter von Skilled Crafts and Trades Network 4 Africa
 
 
 
  Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Skillend Crafts and Trades Network 4 Afrika
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wir blicken zurück auf ein Netzwerktreffen, das es in dieser Art und Größe in Deutschland noch nicht gab. Neben Handwerker*innen, die bereits in der internationalen Berufsbildung aktiv sind, beteiligten sich auch viele neue Gesichter an den Diskussionen zum Potenzial des Handwerks in der Entwicklungs-zusammenarbeit. Für uns war das Treffen ein großer Schritt nach vorne, nicht zuletzt um die Kontakte für 2020 zu vertiefen und uns von den Gewerken her noch breiter aufzustellen.

Nun führen wir in den ersten Monaten des neuen Jahres Planungen in den Fokusländern durch – damit wollen wir die Erfolge im Vorhaben verstetigen und ausbauen. Der ZDH und das BMZ veranstalten im März eine hochrangige Konferenz, um die Kooperation zwischen Handwerk und EZ noch fruchtbarer zu gestalten. Und natürlich finden Sie in dieser Ausgabe wie gewohnt auch praktische Beispiele innovativer Zusammenarbeit von Experten des deutschen Handwerks mit ihren Counterparts.

Unser Vorhaben gewinnt weiter an Fahrt – wir freuen uns, wenn Sie uns weiterhin oder erstmalig ein Stück des Weges begleiten und mit der Kraft des Handwerks zur Entwicklung Afrikas beitragen.


Das Skilled Crafts Team
 
 
Wenden Sie sich bei allen Fragen zum Vorhaben und bei Einsätzen vor Ort an:
skilledcrafts@giz.de
 
   
 
Aus dem Netzwerk
» Rückblicke und Ausblicke – Netzwerktreffen 2019
» Auf dem Weg zum Europäischen Meister
» GIZ-Vorhaben als Auftraggeber für Auslandseinsätze
Aus der Handwerkspraxis
» Managementpraxis reloaded
Aktuell unterwegs
» Große Brötchen backen in Kathmandu
Termine und Fortbildungen
» Kommende Termine
» Fortbildung für Internationale Zusammenarbeit
Wir stellen vor
» Florian Holzmann, KfZ-Techniker-, Land und Baumaschinenmechanikermeister
 
  Aus dem Netzwerk  
 
Rückblicke und Ausblicke – Netzwerktreffen 2019
Ende 2019 trafen sich über 80 Handwerker*innen, Consultants, GIZ-Kolleg*innen und Partner*innen zum jährlichen Netzwerktreffen in Bonn. Gemeinsam ließen sie das Jahr und die gemeinsame Arbeit Revue passieren: auf die über 80 Kurzzeiteinsätze, sechs Matching-Reisen und drei Gegenbesuche sowie rund 1.250 erreichte Handwerker*innen in den Partnerländern konnte am Abend zurecht mit Kölsch angestoßen werden. Auch der ZDH und das BMZ zogen eine durchweg positive Bilanz. Besonders die stellvertretend vorgetragene Rede der Vertreterin des BMZ-Referates „Zusammenarbeit mit der Wirtschaft“, Agnes Ciuperca, stimmte die Anwesenden positiv. Das Thema Handwerk ist in der Entwicklungszusammenarbeit angekommen und wird dort wertgeschätzt.
  Die beiden Tischler präsentierten ihre gemeinsam gebauten Stühle. Foto: ©GIZ/Anna-Theresa Dümchen
Die beiden Tischler präsentierten ihre gemeinsam gebauten Stühle. Foto: ©GIZ/Anna-Theresa Dümchen
In unterschiedlichen Workshops diskutierten die Teilnehmer*innen über bestehende und kommende Einsätze und Projekte. Verschiedene Handwerksbetriebe stellten ihre Arbeit vor, Consultingunternehmen präsentierten Möglichkeiten, international mit ihnen tätig zu werden, und die Teilnehmer*innen konnten sich über Wege der Weiterentwicklung zur internationalen Fachkraft informieren. Die Erkenntnisse und Anregungen aller Teilnehmenden bilden die Basis für 2020. In diesem Jahr werden z.B. Betriebspartnerschaften stärker in den Fokus rücken. Welche beeindruckenden Ergebnisse diese haben können, zeigten Joseph Kramhöller und Mansuli Senyondo sehr anfassbar auf.

» Weitergehende Informationen finden Sie in den
» ZDH-News zum Netzwerktreffen.
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Auf dem Weg zum Europäischen Meister
Um die berufliche Ausbildung in Afrika zu fördern und Arbeitsplätze zu schaffen, bindet die Entwicklungszusammenarbeit Fachkräfte des Handwerks immer stärker ein. Vor Ort tragen sie mit ihren Kompetenzen in wichtigen Branchen wie Energie, Wasser und Umweltschutz zur lokalen Entwicklung bei. Im frankophonen Afrika fehlt es den deutschen Programmen derzeit aber an qualifizierten Handwerker*innen mit den notwendigen Sprachkenntnissen und interkulturellen Kompetenzen, um Einsätze vor Ort durchzuführen.

Dies soll das Projekt „European Mastercraftsman for International Cooperation“ (EMCI) ändern. Das mehrjährige Partnerschaftsvorhaben deutscher und französischer Handwerksorganisationen zielt darauf ab, die Expertise der Fachkräfte künftig in gemischten Teams aus verschiedenen europäischen Ländern zu bündeln. Diese Teams können dann in nationalen sowie europäischen EZ-Programmen in Afrika eingesetzt werden. Das Programm baut auf der berufsbegleitenden Fortbildung zum Internationalen Meister auf. Diese wurde von der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main 2016 ins Leben gerufen und bereits von mehr als 50 Teilnehmer*innen durchlaufen. Mit ihrem Wissen leisteten sie in über 150 Einsätzen weltweit – viele in Vorhaben der GIZ – wertvolle Beiträge zur Entwicklung vor Ort.

» Fortbildung zum Internationalen Meister
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GIZ-Vorhaben als Auftraggeber für Auslandseinsätze
Duale Ausbildung in Automechanik, Kairo. Foto: © GIZ/David Degner
Duale Ausbildung in Automechanik, Kairo. Foto: © GIZ/David Degner
Bisher finanzierte das Skilled Crafts-Projekt die Schulung und Entsendung von Fachkräften meist allein. Inzwischen werden Kurzzeiteinsätze aber auch von anderen GIZ-Vorhaben beauftragt. So hat das Vorhaben „Förderung der dualen Ausbildung in Ägypten“ zwei Experten aus dem Netzwerk unter Vertrag genommen. Der Kfz-Experte Dirk Niemeyer schulte in Ägypten innerbetriebliche Ausbilder verschiedener Firmen des Automobilsektors in neuen Trainingsmethoden. Und Metallbaumeister Fabrice Carstens erarbeitete an einer Berufsschule eine praktische Ausbildung in Schweißtechniken, die dem Bedarf des Marktes entspricht und gleichzeitig im Rahmen der Möglichkeiten der Schule liegt.

Für die Handwerksbetriebe im Netzwerk ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten: Derzeit sind wir im Kontakt mit GIZ-Vorhaben, um weitere Einsatzmöglichkeiten auszuloten. Interesse gibt es im Bereich der beruflichen Bildung aber auch in der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung oder der Innovation in der Landwirtschaft. Und auch die deutsche Consulting-Wirtschaft hat auf dem Netzwerktreffen ihr Interesse an Verträgen mit Handwerker*innen signalisiert.

» Förderung der dualen Ausbildung in Ägypten
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  Aus der Handwerkspraxis
 
 
Managementpraxis reloaded
Bei seinem Einsatz in Ruanda wird Dirk Abel für kurze Zeit Teil des Teams. Foto: © Dirk Abel/privat
Bei seinem Einsatz in Ruanda wird Dirk Abel für kurze Zeit Teil des Teams. Foto: © Dirk Abel/privat
Als Dirk Abel im November 2019 bei der Firma Electricom in Ruanda ankam, stellte er schnell fest, dass es bei seinem Beratungseinsatz eher um betriebswirtschaftliche als um technische Themen gehen würde. Als Inhaber eines großen Elektrobetriebs war er auch darauf gut vorbereitet und unterstützte den Geschäftsführer zu verschiedenen Fragen im Einkauf, Marketing und Finanzen aber auch zu internen Strukturen und Betriebsabläufen. Zunächst identifizierten sie mit Hilfe einer SWOT-Analyse die wichtigsten Themen für die Beratung, im Anschluss wurden diese bearbeitet.

Gemeinsam stellten sie ein Organigramm auf und verteilten Rollen auf der Führungsebene um. Das Corporate Design wurde angepasst. Und auch bei finanziellen Fragen konnte Dirk Abel helfen: „Electricom erstellte gerade ein Angebot für eine öffentliche Ausschreibung, daher haben wir uns die Preisgestaltung ihrer Leistungen noch einmal genauer angesehen und verbessert.“ Beide Seiten waren sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und möchten diese in 2020 gerne fortsetzen. Darüber hinaus plant Dirk Abel ein Management-Training speziell für Handwerksbetriebe in Afrika – aus seiner Sicht gibt es einen großen Bedarf und viele Chancen für ein besseres Management.


» Website der Firma Electricom
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  Aktuell unterwegs  
 
Große Brötchen backen in Kathmandu
  Brot, Brötchen, Cupcakes – die künftige Bäckermeisterin möchte ihr Handwerk in Nepal fördern. Foto: © Erste Deutsche Bäckerfachschule Olpe
Brot, Brötchen, Cupcakes – die künftige Bäckermeisterin möchte ihr Handwerk in Nepal fördern. Foto: © Erste Deutsche Bäckerfachschule Olpe
Rajita Baniya hat einen Traum: Sie möchte in ihrer Heimatstadt Kathmandu eine Bäckerfachschule eröffnen, um jungen Menschen im Bäckerhandwerk eine Perspektive zu geben. Inspiriert wurde sie vom Bäckermeister Passmann, der ihre Leidenschaft erkannte, und ihr als gut vernetzter Mentor den Weg zu einer dualen Ausbildung in Deutschland ebnete. Und er täuschte sich nicht. Rajita bestand die Gesellenprüfung als Zweitbeste mit einer glatten Zwei. Mit großer Anstrengung und der Hilfe von ehrenamtlichen Helfern meisterte sie die Ausbildung trotz der sprachlichen Barriere und der Traum vom Meisterkurs an der Ersten Deutschen Bäckerfachschule in Olpe rückte in greifbare Nähe.

Doch der Freude folgte zunächst die Sorge um die Finanzierung. Dank der Flexibilität des deutschen Handwerksfonds erhielt sie dann jedoch schnell eine Förderzusage und konnte den Kurs antreten. „Gerade mache ich in Olpe meine Ausbildung zur Meisterin des Bäckereihandwerks. Mit dem Meisterbrief kann ich dann in zwei Jahren nach Kathmandu zurück und eine Bäckerfachschule nach deutschem Vorbild aufbauen,“ freut sich Rajita. Dank ihres Engagements und der Unterstützung von allen Beteiligten wird ihr Traum wahr und ein weiteres internationales Band in der Berufsbildung geknüpft. Das Skilled Crafts-Projekt ist in Kontakt mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. Vielleicht lässt sich künftig auch im Lebensmittelbereich eine neue Initiative für Handwerker*innen beginnen.

» Artikel in der Iserlohner-Kreisanzeiger und Zeitung (IKZ)
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  Termine und Fortbildungen  
 
  Kommende Termine  
 
  2. März 2020, 14:30 – 16:30 Uhr, Zentralverband des Deutschen Handwerks, Berlin
BMZ/ZDH-Konferenz „Handwerk in der Entwicklungszusammenarbeit“

Das Handwerk nimmt seine gesellschaftspolitische Verantwortung auch international wahr und bringt seine Stärken in die Entwicklungszusammenarbeit ein, um den in vielen Ländern bestehenden Bedarf an qualifizierter Unterstützung und fachlicher Expertise zu bedienen. Hier engagieren sich nicht nur Handwerksorganisationen sondern immer stärker auch einzelne Handwerker*innen. Auf der Konferenz werden aktuelle EZ-Aktivitäten des Handwerks präsentiert und Perspektiven für den Ausbau der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit gemeinsam mit Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer erörtert.

Weitere Auskünfte:
Anette Kasten, EZ-Scout im Zentralverband des Deutschen Handwerks
E-Mail: ez-scout@zdh.de, Telefon: 030 20619-348
 
 
   
 
  5. März 2020, Hoima, Uganda
Einweihung des „House of Africa“ mit dem St. Simon Peter´s Vocational Training Centre
Wir werden in der nächsten Ausgabe dieses Newsletters ausführlich berichten.
 
 
   
 
  Kontakt
Bei Fragen zu den Terminen:
» skilledcrafts@giz.de
 
  Fortbildung für Internationale Zusammenarbeit  
 
  ab 17. Februar 2020, Augsburg, Handwerkskammer für Schwaben
Fortbildung zur Fachfrau/Fachmann für Internationale Zusammenarbeit

Es sind noch Plätze frei!
Teilzeit-Fortbildung zur Fachfrau/Fachmann für Internationale Zusammenarbeit für interessierte Fachkräfte, die sich berufsbegleitend auf die Arbeit im Ausland vorbereiten wollen.

Hier finden Sie alle Informationen: Handwerkskammer für Schwaben



 
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  Wir stellen vor  
 
Florian Holzmann, KfZ-Techniker-, Land und Baumaschinenmechanikermeister
  Florian Holzmann besucht eine Baustelle in Ruanda. Foto: © Florian Holzmann/privat
Florian Holzmann besucht eine Baustelle in Ruanda. Foto: © Florian Holzmann/privat
Florian Holzmann betreibt südlich von München eine Werkstatt für schwere Baumaschinen und LKW. In seiner Werkstatt bildet er Lehrlinge aus und engagiert sich auch in den Prüfungsausschüssen. Im letzten Jahr nutzte er sein Wissen der beruflichen Bildung, um Unternehmen in Ruanda zu stärken.

Warum wolltest du den Einsatz wahrnehmen?
Im Mai 2019 nahm ich schon an einer Matching-Reise mit der GIZ nach Tansania teil. Nach Vorgesprächen und einem Vorbereitungsworkshop war ich dort mit einer Gruppe von Experten aus dem Land- und Baumaschinenbereich unterwegs. Das Land und die herzlichen Menschen vor Ort haben mich begeistert. Als mich Bärbel Heiser von der GIZ danach fragte, ob ich noch für eine Fact-Finding-Mission nach Ruanda fliegen würde, sagte ich zu. Ziel war es, sich ein Bild von der beruflichen Bildung und dem technischen Zustand diverser Baumaschinen zu machen. Das war genau das Richtige für mich: Einerseits vertraute Technik, andererseits über den Tellerrand hinausschauen und die eigene Branche auf einem anderen Kontinent kennen lernen.

Haben sich deine Erwartungen erfüllt?
Sie haben sich nicht nur erfüllt sondern wurden übertroffen. Auch wenn ich nicht richtig wusste, was auf mich und meinen deutschen Berufskollegen Peter Huber zukommt. Da es einen Einsatz in dieser Form noch nicht gab, hatten wir auch keinen ganz genauen Ablaufplan. Viele unserer Besichtigungen ergaben sich dann vor Ort. Wir wurden an wirklich allen besuchten Stellen immer herzlich und freundlich aufgenommen. Sixbert, der einheimische Mitarbeiter von Skilled Crafts vor Ort, hat sich auch immer super um uns gekümmert.

Was hat Dich vor Ort besonders überrascht?
Einerseits die sehr freundlichen, optimistischen und auch fleißigen Menschen, die ihr Land alle nach vorne bringen möchten und andererseits die wirklich schlechten Umstände rund um Ausbildung und auch die fehlenden Werkzeuge und Ersatzteile für Reparaturen. Ein Bauarbeiter – so habe ich erfahren – verdient 1,50 Euro am Tag!! Trotz allem machen die Menschen oft einen glücklicheren Eindruck, als viele in unserem Land.

Wie sollte es künftig weiter gehen?
Wir haben mit vielen Unternehmern gesprochen und auch Kontaktdaten ausgetauscht, um eventuell mit technischen Informationen, Ersatzteilzeichnungen oder auch Ersatzteillieferungen aus Europa unterstützen zu können. Technische Trainings zusammen mit der GIZ wären für die Menschen vor Ort sicher sehr gewinnbringend.
Foto: © Florian Holzmann/privat
Foto: © Florian Holzmann/privat
 
Wem würdest Du einen solchen Einsatz empfehlen?
Jedem, der bereit ist über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und ein Interesse an Menschen aus einer anderen Kultur hat, die uns in vielen Dingen doch wieder ähnlich sind. Jedem, der Freude daran hat, seine Kompetenzen und sein technisches Wissen mit anderen Leuten auf einem anderen Kontinent zu teilen. Außerdem ist es allen Menschen zu empfehlen, die dazu neigen, den hohen Standard unseres Gesundheits- und Sozialsystems auf Grund des herrschenden Wohlstands nicht mehr zu erkennen und wertzuschätzen.
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